Herzlich willkommen!

Auf dieser Webpräsenz bieten wir Informationen und Begleitmaterial  zum Fantasyzyklus Die Türme von Taladur an. Seine sechs Romane führen den Leser in die namensgebende Stadt, die von den Fehden der herrschenden Familias geprägt ist. Wenn Sie Geschichten voll Liebe und Magie mögen, ein mediterranes Flair genießen und Vergnügen an Intrigen und Rätseln finden, wird Ihnen Die Türme von Taladur gefallen. Folgen Sie uns in die Sonne Almadas, zu stolzen Rössern und ein gutem Wein, schönen Domñatellas (Fräuleins) und kühnen Caballeros (Rittern)! Wer weiß – vielleicht finden Sie dabei auch Gefallen an dem liebevoll ausgestalteten Hintergrund, der den Spielern von Das Schwarze Auge bereits seit fünfundzwanzig Jahren Freude bereitet und unbestritten die farbenfrohste Fantasywelt im deutschen Sprachraum darstellt.

Im Einzelnen finden Sie hier Informationen zu …

Neuigkeiten – die jeweils aktuellen Neuigkeiten finden Sie unter diesem Artikel

… den Romanen - Klappentexte und Autorenporträts.

… dem Handlungsschauplatz - Eine Beschreibung der Stadt Taladur, der wichtigsten Örtlichkeiten und Figuren.

… einige Downloads - Material, das in Zusammenhang mit Die Türme von Taladur steht.

Auf der Seite des Verlags Ulisses existiert ein Forum, in dem Sie sich mit anderen Fans der Serie austauschen können.

Diese Webpräsenz wird laufend ergänzt und überarbeitet – ein wiederholter Besuch lohnt sich!

Tretet ein, tretet ein! Die Stadttore sind weit geöffnet!

Herzlich willkommen zu Taladur, der Eisenstadt im Herzen Almadas! Hier findet Ihr Kunde über wohlfeile Schriften, mit denen wir dem Stolz der Magnaten huldigen, doch auch der Sehnsucht der Liebenden, dem Feuer der Jugend, dem guten Wein und dem edlen Ross, dem prächtigen Kalabreser und dem flinken Degen. Scheut nicht die vielen Treppen, setzt Euren Fuß nur frohgemut voran – wir haben uns schon sehr auf Euren Besuch gefreut! Nicht alles wird sich am ersten Tage erkunden lassen, manchem respektablem Bürger mögt Ihr erst beim zweiten oder dritten Besuch begegnen, und neue Freunde könnt Ihr immer treffen.

Solange die Sonne am Himmel steht, ist Taladur vom Hämmern und Klappern der fleißigen Handwerker erfüllt, und so kann es nicht Wunder nehmen, wenn dieses oder jenes Werkstück noch in Arbeit ist, neue Kleinode dazukommen oder alte aufpoliert werden – schließlich wollen wir erst noch lernen, was Euer Herz begehrt.

Doch worauf wartet Ihr? In unserer Bibliothek wartet eine Geschichte auf Eure wohlwollenden Augen – besser gesagt: hundert Geschichten in einer. Oder wollt Ihr Euch erst einmal allein die Stadt ansehen? Macht uns die Freude und nehmt das ein oder andere Präsent entgegen! Vielleicht steht Euch auch der Sinn nach netter Gesellschaft und Geplauder?

Wie dem auch sei: Genießt Euren Aufenthalt in der Stadt der Streittürme – und kommt bald wieder!

Bernardello, Eevimira, Andrétto, Thealla, Stefazo und Marcono

 

Die Last der Türme – die Degen blitzen wieder!

Ende des Monats erscheint mit Die Last der Türme der zweite von sechs Teilen der Reihe Die Türme von Taladur. Diesmal hatte ich die Freude, mich der einflussreichen Familien der almadanischen Stadt anzunehmen und sie weiter auf ihrem Weg durch Intrigen, Leidenschaft und Lebensgefahr zu führen.

Als Bernard Craw, der leitende Redakteur der Reihe und Autor des ersten Teils Türme im Nebel, mich als Ersatz für eine ausgefallene Kollegin ins Boot holte, war die Konzeption der Hauptgeschichte weitgehend abgeschlossen. Er brauchte trotzdem nicht viele Worte, um mich für die Idee der Reihe zu begeistern. Kaum hatte er Almada erwähnt und die Namen der andere Autorinnen und Autoren der Reihe fallen lassen, wusste ich: Da will ich dabei sein, das kann nur gut werden.

Schon mein erster Das Schwarze Auge-Roman König der Diebe hatte einen verwegenen Mantel-und-Degen-Helden zum Protagonisten und seitdem hat mich dieses Genre nicht wieder losgelassen. Es ergab sich nur leider nie, dort erneut anzuknüpfen, was ich sehr bedauerte. Jetzt legte man mir mit Taladur eine ganze Stadt voller rahja-gewogener, heißblütiger, stolzer Almadaner in den Schoß, mit denen ich spielen durfte. Ich fühlte mich wie ein Vierjähriger, der eine ganze Kiste Playmobil zu Weihnachten geschenkt bekam.

Und ähnlich bunt wie die berühmten Plastikfiguren (aber weit weniger steif) war auch das Personal, das mir die Kollegen und Kolleginnen lieferten. Da waren stolze Patrizier, abtrünnige Geweihte, enttäuschte Geliebte, wahnhafte Witwen, trotzige Dickköpfe, dämonisch Berührte, verzweifelt Rechtschaffene und vieles mehr. Sie alle waren mit kunstvollen Kniffen in eine spannende Geschichte voller Ränke und Emotionen eingewoben, die sich schlussendlich auf über 2000 Seiten in sechs Romanen entfalten wird.

Der Rahmen war gespannt, die Frage war nun, wo und wie ich meine eigenen Fäden einschießen lassen wollte. Und da fiel mir auf, dass bisher noch kein Vollmagier in einer tragenden Rolle auftauchte und so ward die Idee für Lumino Xetarro geboren, einen skrupellosen Hellsichtmagier. Diesem greisen Oberhaupt einer aussterbenden Familia stellte ich zwei Adoptivsöhne zur Seite. Der eine, Zahir, ein feuriger Zahori mit schneller Klinge und großem Herzen und der andere, Hesindio, ein durchtriebenes Kind mit großen Ambitionen.

Sie sollten die Darsteller meiner kleinen Nebenbühne werden, die zum einen hier und da Funken schlagen, um die Fehden der anderen Familien im großen Handlungsgefüge weiter zu befeuern, zum anderen aber ihre ganz eigene Liebes- und Leidensgeschichte erzählen, die innerhalb meines Bandes einen Abschluss erfährt.

Vielen Dank dieser Stelle an Marco Findeisen, Eevie Demirtel, Dorothea Bergermann und Stefan Schweikert, die Band 3 bis 6 schreiben und so wunderbar flexibel waren und ebenso inspirierend wie inspiriert mit meiner kleinen Familia umgegangen sind. Dafür mussten stellenweise bereits abgenommene Konzepte noch einmal erweitert und umgearbeitet werden, sollten doch die Protagonisten der einzelnen Teile auch in den anderen Büchern bereits Teil der lebendigen Stadt Taladur sein, damit der Leser sich wirklich in den Zauber der almadanischen Stadt ziehen lassen kann.

So bietet Die Last der Türme hoffentlich auch für den Leser beides: Zum einen ist der Roman Teil des großen Ganzen, beantwortet Fragen aus dem ersten Teil und wirft neue auf, die im dritten oder späteren Bänden aufgelöst werden; zum anderen begleitet die Leserin die Familia Xetarro durch ihre persönlichen Erlebnisse und kann das Buch mit dem befriedigenden Gefühl zuklappen, dass hier eine Geschichte bis zum Ende erzählt wurde.

Auf der Seite www.taladur.de finden sich weiterführende Informationen zur Reihe, zu den Autoren und zur Stadt selbst.

Und hier kann Die Last der Türme vorbestellt werden.

 

3x Türme im Nebel zu gewinnen

Zum Auftakt von Die Türme von Taldur, der neuen Das Schwarze Auge-Romanreihe in sechs Teilen, verlosen wir 3x den ersten Teil Türme im Nebel aus der Feder des bekannten Autors Bernard Craw.

Wer Bernard einmal live sehen möchte, hat am 21.12.2011 dazu die Gelegenheit. Ab 19:15 Uhr liest der Autor in den Räumlichkeiten des Hiveworld in Köln aus dem Taladur-Roman.

Um einer der glücklichen Gewinner des Romans zu sein, müsst ihr uns lediglich die Antwort auf die folgende Frage bis zum 20.12.2011 an die E-Mailadresse preisausschreiben@ulisses-spiele.de senden:

Welche Farbe hat die Wand, von der Alonzo von Zalfor spricht, wenn er (vornehmlich junge) Damen im Teatro herumführt?

Als Tipp: Die Antwort verbirgt sich auf der Homepage der Romanreihe: www.taladur.de

 

Türme im Nebel (Taladur 1) im Versand

Seit heute befindet sich Türme im Nebel, der erste Teil der spektakulären neuen Romanreihe Die Türme von Taladur im Versand und wird den Leser in Intrigen, romantische Verwicklungen und zahlreiche Degengefechte mitnehmen. Bernard Craw, Redakteur der Reihe und Autor des ersten Bandes, verrät in diesem Blogartikel einiges über die Reihe und seine Arbeitsweise.

Bedauerlicherweise hat eine verfeindete Familia es geschafft, Hand an die Druckdaten zu legen und einen Fehler in den Stadtplan einzuschmuggeln. Im Anschluss an den Artikel ist die korrigierte Fassung der Karte zu finden.

Dass jeder Schriftsteller seine eigene Art zu schreiben hat, ist eine Binsenweisheit. Manche Kollegen liegen auf dem Bett, verschränken die Hände hinter dem Kopf und erzählen mit innerer Stimme die gesamte Geschichte. Erst wenn sie am Ende angekommen sind, schalten sie den Computer ein und öffnen die Textverarbeitung. Andere wissen beim Schreiben des ersten Kapitels noch nicht, was im zweiten geschehen wird. Manche machen ein sehr feines Gerüst, bei dem jede geplante Szene eine Beschreibung hat, so lang wie ein Klappentext. Andere haben nur eine Überschrift für jedes Kapitel und zu den Figuren nicht mehr als die Namen festgelegt. Wenn man zu sechst an einer gemeinsamen Geschichte arbeitet, erfordert die Kontinuität zwischen den Einzelbänden, viele Dinge so zu fixieren, dass sie den anderen Beteiligten klar sind. Wenn Daroca im ersten Band als Schönheit gilt, der die Männerherzen zufliegen, sollte sie sich im vierten nicht durch eine besondere Dichte der Warzen auf ihrer Nase auszeichnen, und wenn Unata und Vertoso als sich angiftende Rivalen gezeigt werden, dann muss zumindest eine Erklärung geboten werden, wenn später erwähnt wird, dass sie sich an jedem Rohalstag zum netten Plausch beim gemeinsamen Ausritt in die Weinberge treffen.

Auch in anderer Hinsicht sind viele verschiedene Arbeitsweisen in der Schriftstellerei möglich und in unserem Projekt vertreten. Es gibt die Möglichkeit, eine Geschichte von innen nach außen aufzubauen – ein Thema zu wählen, grobe Orientierungspflöcke einzuschlagen, ein abstraktes Handlungsraster anzulegen, dieses schrittweise anzureichern. Wer das tut, der genießt am Ende der aufwendigen Konzeptionsphase die Freiheit, die Szenen in beliebiger Reihenfolge zu schreiben, denn sie sind fest definiert.

Es ist eine valide Methode.

Ich hatte noch nie Spaß daran.

Ich wandere durch eine Geschichte. Zum Großteil schreibe ich die Szenen in der Reihenfolge, in der sie auch später im fertigen Manuskript stehen werden. Es gibt Ausnahmen, nachträgliche Einfügungen. Das ist so, als würde ich mir selbst die Geschichte erzählen (es fühlt sich für mich tatsächlich so an – ich bin mein erster Leser) und hätte dann eine Frage: »Wie kam es eigentlich dazu, dass Raulo und Zelonso …?« Diese wird dann mit einem charmanten (in meiner eigenen Vorstellung bin ich immer almadanisch charmant) »Gerade wollte ich noch erwähnen, dass …« beantwortet.

Für mich gibt es eine einfache und unspektakuläre Möglichkeit, um festzustellen, ob ich bereit bin, einen Stoff anzugehen. Ich versuche, mir vorzustellen, wie es am Ort der Handlung aussieht, wie es wäre, dort zu sein, in diesem Fall: durch die Straßen Taladurs zu wandern. Wenn mir das gelingt – wenn ich das Hämmern der fleißigen Handwerker hören kann, wenn ich spüre, wie mir die Waden vom vielen Treppensteigen schmerzen, wenn ich den Blick mit Staunen an einem der wuchtigen Streittürme emporgleiten lasse, wenn ich mich an eine Hauswand drücke, um der rasenden Kutsche eines Magnaten Platz zu machen, wenn ich schmunzele, weil eine schöne Domñatella kichernd vorbeihastet, um ihrem Liebsten ein neckisches Versteckspiel zu liefern oder wenn ich vorsichtig zur Seite schaue, um den offensichtlich übel gelaunten Lilienrock mit der Hand am Degen nicht zu reizen – dann bin ich angekommen, und dann muss ich nur noch aufschreiben, was passiert, als sähe ich einen Film vor dem inneren Auge.

Beim letzten Mal sind wir einigen Angehörigen der edelsten Familias der Stadt begegnet, bevor wir uns in der Taberna am Gongplatz einen kühlen Wein gegönnt haben. Vielleicht sind wir dabei etwas zu rasch an denen vorbeigegangen, die es in der Stadt viel zahlreicher gibt: den Fellachen, den einfachen Bürgern. Die Geschicke der Stadt bestimmen jene, deren Wappen den Palacio Torreda zieren, doch solange man die hohen Herren nicht reizt, kann jeder in Almada ein angenehmes Leben führen. Auch das Volk weiß seine Feste zu feiern, und oftmals geht es dabei lustiger zu als auf den gezwungenen Bällen der Nobleza. Man nehme nur die steifen Tänze, die Maestro Peglesto den jungen Adelssprösslingen mit der Rute einbläut, und vergleiche sie mit dem wilden Herumtollen zu den Tönen der Vihuela im Blauen Schiff am Hafen von San Cardasso!

Auch als Bürgerlicher kann man es zu etwas bringen. Erstaunlich, mit welchem Respekt viele junge Magnaten die Kräuterhändlerin Nuerta Escarelli grüßen. Liegt es nur daran, dass sie als Heilerin in die Streittürme gerufen wird? Aber sogar Doloresa Amazetti, die von Ärzten nichts mehr wissen will, seit diese erfolglos versuchten, den entstellenden Unhold aus ihrem Gesicht zu entfernen, begegnet ihr freundlich. Nun ja, jedenfalls auf eine Weise, die man bei Doloresa als Freundlichkeit gelten lassen muss.

Nuerta ist Dom Cavazaros Klientin. Er hat ihrer Familie geholfen, in Taladur Fuß zu fassen – dass sie nicht hier geboren wurde, sondern dem wandernden Volk der Zahori entstammt, sieht jeder, der nicht so blind ist wie Lerico Tandori. Überhaupt sorgt der Dom stets gut für jene, die sich ihm anvertrauen. Doch man muss darauf achten, was man sich wünscht. Laurenzios Mutter etwa weint sich häufig in den Schlaf. Sie weiß: Für ihren Sohn ist das Studium an der Magierakademie zu Punin ein großes Glück, das ohne das Gold des Patrons niemals möglich gewesen wäre – aber ohne sein Lachen ist ihr kleines Haus so schrecklich leer …

Doch wir wollen nicht trübsinnig werden! Freuen wir uns lieber auf Wengrex’ Abschiedsfeier. Der unternehmungslustige Zwerg konnte das Herz der schönen Angrella nicht erwärmen, aber er denkt gar nicht daran, trübsinnig in seinen Humpen zu starren. Er wird hinausziehen in die Welt, der alte Lumino hat den besten Tag dafür geweissagt, und zuvor treffen wir uns alle noch einmal im Teatro. Nicht für ein ernstes Stück, sondern zu Musik und Tanz. Das sollte niemand verpassen!

Bernard Craw

Weitere Informationen zur Taladur-Reihe liefert die Taladur-Homepage.


 

Türme im Nebel verzögert sich

Ein Großteil der ersten Lieferung von Die Türme im Nebel (dem ersten Teil der Das Schwarze Auge-Romanreihe Die Türme von Taladur), wies bedauerlicherweise Druckmängel auf und muss ausgetauscht werden. Darum kann der Titel leider erst nächste Woche in den Versand gehen.

 

Leseprobe zu Türme im Nebel

Nächste Woche erscheint der erste Teil der Das Schwarze Auge-Romanreihe Die Türme von Taladur. Er trägt den Titel Türme im Nebel und wurde von dem beliebten Das Schwarze Auge- und Battletech-Autor Bernard Craw geschrieben, der auch die redaktionelle Leitung der Serie innehat.

Die Leseprobe ist dem ersten Kapitel entnommen. Wir begegnen einigen zentralen Figuren und beginnen gemeinsam mit ihnen die Erforschung eines Geheimnisses, das die Stadt noch lange Zeit beschäftigen wird …

Leseprobe zu Türme im Nebel (PDF)

 

Die Türme von Taladur: Worte des Redakteurs

Bernard Craw, Redakteur der Romanreihe Die Türme von Taladur und Autor des ersten Bandes der Reihe mit dem Titel Türme im Nebel, berichtet heute ein wenig von seiner Arbeit an der Reihe. Zeitgleich ist die Taladur-Homepage online gegangen, auf der wir erste Informationen zur Reihe liefern und die wir in den nächsten Wochen nach und nach erweitern werden.

Ganz falsch ist es nicht, wenn Schriftsteller ihre Arbeit in dem Bild beschreiben, sie seien die Götter ihrer Fantasiewelten. Schließlich kann man dort mit ein paar Tastendrücken alles geschehen lassen, mit anderen werden auch die einschneidendsten Ereignisse ewigem Vergessen überantwortet. Man ist Boron und Tsa in einem.

Ich bin allerdings eher eine Mischung aus Aves und Rahja. Für mich ist das Schreiben eine Reise in eine Geschichte, bei der mich oft das Gefühl beschleicht, dass es sie schon gab, bevor ich sie entdeckte. Und immer verliebe ich mich in diese Geschichten, in ihre Figuren, die Guten und Edelmütigen und ja, auch in die Ängstlichen und die Bösen. Gerade Letztere bieten wohl das größte Abenteurer, die Möglichkeit, in Gegenden zu wandern, in die sich niemand sonst traut. Und sie treiben die Geschichte. Ohne Borbarad keine Dämonenkrone, keine Splitter, keine Heptarchen, weniger Dämonenpaktierer, gegen die es zu bestehen gilt. Kein Cyron, keine Goblinhorden, die Isenborn bestürmen, kein Falk, der zum Helden wächst.

In Taladur ist es nicht so leicht wie in Isenborn, die Guten von den Bösen zu scheiden. Auch in Almada gibt es sie, aber öfter als anderswo verläuft die Grenze mitten durch das Herz der Figuren. Wenn in Tobrien gepanzerte Ritter Schlachtreihen bilden, werden in Taladur Fächer aufgeklappt. Man tuschelt über Liebschaften, über den Einfluss in einer Zunft, den Preis, für den der wertvolle Alaun den Besitzer wechseln soll. Und dieser Preis wird nicht immer in Gold entrichtet, manchmal ist er auch die Hand einer schönen Domñatella.

Beim Entwurf einer Geschichte, egal wie lang oder kurz sie ist, betrete ich in Gedanken schnell den Handlungsschauplatz. Wenn wir uns Taladur nähern, fallen als erstes die Streittürme der alteingesessenen Familias ins Auge. Sechzehn sind es an der Zahl. Wer sie bewohnt, lenkt die Geschicke der Taladuri. Zur Verteidigung der Stadt tragen die wuchtigen Bauten wenig bei. Das ist auch nicht ihr Sinn, um äußere Feinde sorgt man sich im Herzen Almadas wenig. Den Streit findet man innerhalb der Stadtmauern, ›Querella‹ ist das Wort dafür, und wenn dieses Biest von der Kette gelassen wird, muss sich jeder entscheiden auf wessen Seite er steht. Die großen Familias pflegen ihre Traditionen von Feindschaft oder Dankbarkeit. Man kennt sich seit Generationen, viele Schwüre wurden getauscht, doch am Ende ist die Familia alles, was zählt. Die Ernathesa und die Amazetti gehören zu den reichsten, kontrollieren sie doch die Alaunminen, wo der Schweiß Unglücklicher das wertvolle Salz aus dem Schiefer wäscht. Der Stolz der Tandori ist in ihre Ehrendegen geschmiedet, niemand befiehlt über mehr Klingen als sie, noch nicht einmal der zwergische Graf der Waldwacht, der in Taladur residiert, geschweige den Erresto Starazza mit seiner Wehr. Gerade einmal zehn Köpfe zählt die Stadtgarde, und daher muss sich ihr Capitan auf eben diese verlassen: die Köpfe. Man muss schlau sein, oft sogar gerissen, um letztlich der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen. Manches Mal führt der Weg in Praios’ Licht sogar über Pfade im Schatten bitterer Ungerechtigkeiten. Wer nicht bereit ist, sie zu gehen, mag mit reinem Gewissen sterben. Den Frieden in der Stadt wird er nicht erhalten können. Manche genießen auch das Dunkel. Dass Lumino Xetarros Seele schwarz wie das Auge eines Raben ist, wird niemand bestreiten, der in das Gesicht des alten Magiers gesehen hat. Er hört jedes Wort, das innerhalb der Stadt gesprochen wird, egal, wie leise es geflüstert sein mag, und so manche Zofe schlägt Schutzzeichen, wenn sie glaubt, er sähe es nicht. Fast scheint es, als wollten die Götter selbst seinem Geschlecht ein Ende bereiten, aber selbst ihnen beugt sich der Greis nicht. Von den Zahori kaufte er seinen ersten Sohn, den Meisterfechter Zahir, und zur Sicherheit besorgte er sich noch einen zweiten, Hesindio, die Schlange. Die Macht der Xetarro wird immer in den Schatten warten. Auch Dom Cavazaro kann warten. Niemand ist geduldiger, verständnisvoller als er. Jeder kann zu ihm kommen, arm oder reich, Herr oder Dame, Zwerg oder Mensch, er leiht jedem sein Ohr. Er hilft gern, doch seinen Preis kennt niemand. Wenn er um einen Gefallen bittet, sollte man ihn nicht verwehren …

Noch sind wir erst wenigen Bürgern Taladurs begegnet. Natürlich treffen die Adligen in den Gassen auch auf die Gemeinen, die in Schutz und Dienst der Familias stehen, die Weber und Schmiede, die Hirten und Winzer. Alle haben sie ihre eigenen Wünsche, ihre eigenen Träume, und manche dieser Träume führen sie auf Pfade, von denen niemand zurückkehrt, wie er gegangen ist.

Aber wir wollen uns nicht erschöpfen. Suchen wir uns einen Tisch in einer Taberna am Gongplatz, bestellen wir uns einen süßen Wein, lächeln wir in die glutvollen almadanischen Augen. Wir haben Zeit. Die Geschichte hat gerade erst begonnen.

Bernard Craw